Projekte 2021 bis heute

22. internationales Literaturfestival – Sektion Kinder- und Jugendliteratur vom 05. – 07.09.2022

Angeline Boulley – Firekeeper’s Daughter

Im diesjährigen internationalen Literaturfestival haben wir uns für das Buch „Firekeeper’s Daughter“ von der amerikanischen Autorin Angeline Boulley entschieden. Die indigene Autorin hat über 10 Jahre an einem Krimi für Jugendliche ab 15 Jahren geschrieben, welches weltweit bekannt wurde und demnächst zu einer Serie umgeschrieben wird. Diese wird künftig auf Netflix zu sehen sein. Das Buch entfaltet sowohl einen Einblick in die Welt indigener Rituale, Sprache und Kultur. Dem gegenüber stehen Themen wie Rassismus, Gewalt, Missbrauch, Drogenhandel bis hin zum Mord.
Angeline Boulley hat die diesjährige Eröffnungsrede gehalten und kam anschließen zur Präsentation unserer drei Workshops ins Weinmeisterhaus.
Die Workshopleiter*innen haben sich inhaltlich für Oberthemen des Buchs entschieden. Über der sehr spannenden und komplexen Geschichte steht die Suche nach der eigenen Identität. Die Ich-Erzählerin Daunis ist 18 Jahre alt und hat indigenes Blut. Indigene Rituale und Werte sind Bestandteil ihres Alltags, gleichwohl klassische Teenager-Themen. Die Familienkonstellation ist ein Kontrastprogramm. Aufgewachsen bei der Mutter mit französischen Wurzeln stammt Daunis Vater und Familie väterlicherseits aus einem indigenen tribe. Neben der Frage, ob sie zukünftig Mitglied des tribes sein möchte und wo ihr Platz im Leben sein kann, wird sie in einen tragischen Vorfall verwickelt, dem sie auf die Spur gehen wird.

Die diesjähreigen drei Workshops wurden aus der Perspektive von Textil-Design, Choreografie und Medien entwickelt. In der Gruppe Textil-Design wurden eigene Taschen-Webstühle gebaut und anschließend mit ihnen gewebt. Dabei verbindet man sich mit dem Wbstuhl an einem festen Gegenstand (z.B. einem Tischbein) und beginnt zu weben. die SuS der 9. Klasse einem Gymnasiums haben Farben und Formen frei gewählt.

In der Choreografie-Gruppe wurde sich auf den Aspekt der inneren Zerrissenheit, des inneren Kampfes fokussiert. Der Workshopleiter hat einige Schritte für die finale Choreografie eingebracht, jedoch haben die SuS die Choreografie größtenteils gemeinsam mit der Gruppe entwickelt.

Die SuS in der Medien-Gruppe haben auf sich selbst geblickt. Es wurden Profile erstellt und Fragen nach Vorurteilen, die ihnen im Alltag begegnen, in verschiedene mediale Formen gebracht: Podcast, humoristische Videoclips und Fotoreihen. Zum Abschluss stand die Frage, nach den eigenen Tugenden bzw. Werten, die für die SuS bedeutsam sind.

Für die Präsentation wurde das Haus zu einer Art Galerie. Alle drei Präsentationen fanden auf drei verschiedenen Etagen statt und wurde „erlaufen“. Schlussendlich kam es im letzten Raum zu einem Austausch zwischen der Autorin und den Schüler*innen, wobei auch Bücher signiert wurden.

Wir sagen Danke an das internationale Literaturfestival, die Schülerinnen und Schüler des Schliemann-Gymnasiums und Angeline Boulley für eine besondere Begegnung!

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21. internationales Literaturfestival – Sektion Kinder- und Jugendliteratur vom 10. – 16.09.2021

Auch in diesem Jahr war es möglich zwei Büchern/Geschichten im Rahmen des internationalen Literaturfestivals Workshops für Kinder und Jugendliche anzubieten. Grundschulkinder zu einer Kurzgeschichte von Bibi Dumon Tak und Schüler*innen eines Gymnasiums arbeiteten arbeiteten zu einem Buch von Sarah Michaela Orlovský. Jede Klasse wurde in drei Gruppen geteilt, in zu von den Kursleiter*innen ausgewählten Aspekten der Geschichten gearbeitet wurde. Am Ende des letzten Workshoptages kamen die Autorinnen ins Weinmeisterhaus und haben in Form einer Präsentation der einzelnen Gruppen einen Eindruck erhalten, mit welchen Themen sich die Schüler*innen zu ihren Geschichten beschäftigt haben. Es entstand ein schöner Austausch zwischen den Schüler*innen und der jeweiligen Autorin.

Bibi Dumon Tak – Der Tag, als die Sonne nicht aufging

Angelehnt an des vorjährige Thema des Wissenschaftsjahres „Bioökonomie“ entwirft die Kurzgeschichte Szenarien was mit unserer Erde geschieht, wenn die Sonne keine Lust mehr hat zu schienen. Der durch den Menschen verursachte Klimawandel, der wiederum auch nur durch die Menschen selbst aufgehalten werden kann, ist Hauptthema der Geschichte. Schlussendlich sind es die Kinder, die das Ende des Lebens auf der Erde verhindern, in dem sie nach Sternen benannt werden.

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Gruppe „Malerei und Experiment“ | Kursleitung: Brigitte Heuer

Experimente mit Licht und Schatten bzw. „hell und dunkel“, Übungen zur optischen Täusching wurden in dieser Kleingruppe thematisiert. Zum Einsatz kamen Aquarellfarben und natürliche Rohstoffe mit denen gemalt und experimentiert wurde. Im Aufeinanderterffen von „hell und dunkel“ wurden „Harmonie und Disharmonie“ erkundet, in dem verschiedene Materialien (z.B. Salz) auf einander wirkten, sich verbanden und diverse Reaktionen entstanden. Hierbei trafen die Schüler*innen eigene und gemeinsame Entscheidungen und konnten deren Folgen und Verläufe beobachten. Geleitet von der Frage: „Was betrifft uns in dieser Geschichte? Was können, wollen wir ändern, beitragen?“ und „Was macht uns stark, wovor haben wir Angst?“ entstand ein aktiver Austausch untereinander.
Übungen zum Blindzeichnen und Blindschreiben machten den Schülern viel Spaß und sorgte für große Heiterkeit, sie merkten aber auch sehr schnell welche Bedrohung davon ausgeht plötzlich in völliger Dunkelheit zu zeichnen, zu schreiben und sich zu bewegen.

Alle Schüler schrieben gemeinsam mit der Lehrerin die Kurzgeschichte weiter.

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Gruppe „Ton und Klang“ | Kursleitung: Kerstin Minkwitz

In dieser Kleingruppe wählte die Kursleiterin den Gedanken zum Thema „Hoffnung“ aus, der sich für sie durch die Kurzgeschichte transportierte. Hoffnung, die die Gesellschaft in die Kinder legt. Zum einen, um zu einer individuellen Selbsterkenntnis im Zusammenhang mit ökologischen Problematiken beitragen zu können und zum anderen auch zu der Gesamtheit der Probleme, die für den Erhalt des bekannten Lebens zu lösen sind. Die Erkenntnis, die sich für die Kursleiterin durch die Geschichte vermittelt, lautet: Jeder – hier jedes Kind – kann selbst etwas tun.

Die Kinder in der Geschichte erkennen, dass diejenigen, die einen Vornamen eines der unendlichen Sterne im Weltall haben, die Welt retten können. Und so erhalten immer mehr Kinder einen nach einen Sternen benannten Vornamen. Wie die Kinder in der Geschichte von Dumon Tak wollten die Kinder in der Kleingruppe ihre eigenen Sternennamen finden. Dazu suchten sie im Internet zum einen ihre jeweiligen Geburtssternzeichen und zum anderen alle bekannten Sternennamen. Jedes in der Kleingruppe Kind modellierte Objekte, bei dem der gewählte Sternenname eingraviert, mit Engobe geschrieben oder mit Ton angebracht wurde. Zudem entstanden Ringe, Tassen, Schilder und Becher, die in verschiedenen keramischen Techniken gearbeitet und mit Engobe bemalt wurden.

Während des Workshops schlugen die Kinder vor eine eigene Sternenkindermusik zu erfinden und diese zur Präsentation aufzuführen. Hierfür wurden eigene Instrumente mitgebracht, oder bereits Vorhandene benutzt. Jedes Kind stellte sich mit seinem Sternennamen und dem erdachten Musik-Klang (den es mit dem Sternennamen verband), sowie den getöpferten Objekten der Autorin vor.

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Gruppe „Medienexperimente“ | Kursleitung: Christine Haase

In dieser Kleingruppe wurden sich Einzelthemen aus der Geschichte interdisziplinär und mixed-media angenähert. Die Autorin zeichnet das Szenario Was-wäre-wenn… die Sonne plötzlich nicht mehr scheint. Es ist dunkel. Durch die fehlende Wärme der Sonne erlischt innerhalb einiger Tage alles Leben und erliegt der eintretenden Kälte, die Erde und alles darauf existierende Leben zu Eis, gefriert und stirbt. Doch die Sonne hat Mitleid mit den Tieren und Pflanzen, da die Umweltverschmutzung ein von Menschen erzeugtes Problem ist, welches sich auf das Leben auf der Erde massiv und zusehends auswirkt.
Nach einem thematischen Einstieg in die Geschichte wurden in der Gruppen die guten Erfahrungen der Kinder gesammelt, die sie in ihrem Leben auf der Erde erlebt haben. Mit jeweils einem Teller ausgestattet wurde jeder Schüler für 10min in den Innenhof vom gepflegt aussehenden Hof des Weinmeisterhauses geschickt, um Dinge zu sammeln, die sie finden können. Die Teilnehmer sammelten sowohl Müll als auch natürliche Materialien.
Das Thema „Wasser“ stellte den roten Faden im Workshop dar, sowie der Fokus auf was uns im Leben wichtig ist: Neugier, Freude und Freunde – insgesamt wurde der Blick auf die Schönheit und den Buntheit des Lebens gerichtet, was es zu erhalten sollte. Wasser ist eines der wichtigsten Gründe, warum wir überhaupt lebensfähig sind – unsere Körper bestehen zu 65% Wasseranteil, Wasser ist magisch, es verwandelt sich zu Eis, Schnee, leitet, transportiert – kann auch eine Gefahr darstellen. Und es „klingt“ facettenreich.

Experimente und „Klangmuster“ von Wasser

In einem der verschiedenen experimentellen Annäherungen an das Thema Wasser und Flüssigkeiten hat ein Schüler 40min lang mit den verschiedensten Fließgeschwindigkeiten von Wasser experiement. Er hat verschiedene Abstände und Kipp-Rhythmen erprobt, diese wurden in einem kurzen Clip zusammengeschnitten und überlagert. Beim Hören des Clips entstehen wiederum neue „Bilder“ zum „Klang-Teppich“.

Erstellung der Sterne / Planeten

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In unserem „Labor“ entstanden durch „Was-passiert-wenn“ Versuche neue „Sterne / Planeten“. Hierfür bildete Wasser die Basis. Hinzugefügt werden konnten verschiedenste Öle, Farben und Teile der im Hof gesammelten Fundstücke. Es entstanden viele neue „Planeten / Sterne“, überwiegend farbenfrohe, mit diversen Formen, Strukturen oder Ebenen. Aber auch düstere, dreckig-sumpfig anmutende.

Am letzten Workshoptag wurde noch einige Sterne unter der Nutzung von Epoxidharz geschaffen. So konnten die Schüler*innen einen selbstgestalteten Planeten in der Hosentasche mit nach Hause nehmen. Einen zusätzlichen haben die Schüler*innen gemeinschaftlich für die Autorin gestaltet, so dass auch sie einen „Stern“ von den Teilnehmenden der Gruppe nach der Präsentation erhalten hat.

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Sarah Michaela Orlovský – Tomaten mögen keinen Regen